Ein bisschen Glück gefunden!

43. Ein vierblättriges Kleeblatt finden.

Heute morgen war ich schon recht früh mit zwei lieben Freundinnen in der Stadt zum Frühstücken verabredet. In dieser Zeit sollte mein kleines Hundemädchen selig zu Hause schlummern. Damit das gelingt, habe ich mich heute morgen also rechtzeitig aus meinem Bett geschält und mich mitsamt der Fellnase in den Weinberg zur Gassirunde begeben.

Ich wäre gerne so richtig stramm marschiert, um wach zu werden und die Schlafreste aus meinem Hirn zu pusten. Leider habe ich aber die Rechnung ohne meinen Hund gemacht. Denn die gute Davita wollte heute morgen jeden Grashalm wertschätzen und in jedes Mauseloch ihre Nase graben. Also sind wir mehr spazieren gestanden, als gegangen. Nun ist heute Sonntag und ich kann dieses kleine Tier nicht immer hinter mit her hetzen. Also passte ich heute mal mein Tempo an ihres an und versuchte zu entschleunigen.

Eigentlich ist es richtig herrlich so am frühen Sonntagmorgen unterwegs zu sein, wenn sonst kaum Menschen wach und schon gar nicht unterwegs sind. Es war so friedlich und viel ruhiger als sonst. Es hatte fast etwas mystisches, geheimnisvolles.

Ich setzte mich also zu meinem Hund ins Gras und beschloss die Zeit zu nutzen um mir die Kleeblätter einmal genauer anzuschauen. Auf dem Weinberg wachsen aktuell wirklich tausende von Kleeblättern. Teilweise blüht der Klee auch richtig schön, aber meistens wuchert er in überall hervor. Bisher hatte ich trotzdem noch kein vierblättriges Kleeblatt gefunden. Ich hatte aber auch noch nie so richtig geduldig geschaut. Mehr so die Augen drüber wandern lassen und nichts entdecken können.

Heute aber war ich gezwungenermaßen immer wieder ausgebremst und konnte mich intensiv mit Klee beschäftigen. Und tadaaaaaa….

 

 

Ich habe eins gefunden: Ein vierblättriges Kleeblatt!

Vor lauter Freude habe ich fast mein Handy in den Gullideckel fallen lassen, als ich das Blatt fotografieren wollte. Ich hatte aber nochmal richtig Glück (lag bestimmt an dem Kleeblatt) und konnte es im letzten Moment auffangen. Puh. Da geht einem ganz schon die Flatter, wenn so ein Gerät fast im Boden verschwindet!

 

Jetzt ist natürlich die Frage, ob ich das gefundene Glück direkt schon komplett aufgebraucht habe, oder ob wohl noch etwas übrig ist?! Ich bin gespannt, was der Tag noch so bringt. Beim Flohmarkt habe ich leider eine Hose gekauft, die eng anliegt. Sehr eng, muss ich zugeben. Für eine Stehparty ist sie durchaus geeignet, aber sitzen ist unmöglich. Da war mir das Glück also nicht so hold. Naja, vielleicht wartet es ja noch auf etwas Größeres, wer weiß?

Ich bin auf jeden Fall richtig stolz auf meinen Fund und habe es gleich zum Trocknen in ein dickes Buch gelegt. Es hat mich verwundert, dass ich am Ende doch noch ein vierblättriges Kleeblatt gefunden habe. Ich habe seit Tagen die Augen danach offen gehalten und immer wieder geschaut, ob ich ein solches finde. Nur so richtig gesucht habe ich nicht. Anscheinend geht es aber manchmal genau darum: Sich Zeit zu nehmen für etwas, das einem wichtig ist und des Fokus darauf zu legen. Es hat nicht lange gedauert, ab dem Moment, wo ich meine Konzentration darauf gerichtet habe und nicht mehr abgelenkt war. Genau das ist es, was ich heute mitnehme: Manche Dinge benötigen ein bisschen Ruhe und Konzentration, ein bisschen Zeit und Muse. Dann sind sie gar nicht so schwer zu erreichen und zu finden. Dann liegt das Glück einem direkt vor den Füßen!

"Das Glück kommt nicht ungerufen. 

Man muss ihm entgegengehen."

 

Ugo Foscolo


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