Kleine Auszeit

13. Einfach ins Auto setzen und Urlaub machen ohne vorher zu wissen, wo es hingeht!

Am Freitag packten der Lieblingsmann und ich alles Wichtige ins Auto und los ging es. Wir hatten uns vorher nicht überlegt, wohin wir eigentlich fahren wollten. Unser Ziel war nur: Ein Wochenende lang weg von zu Hause, ein bisschen Urlaub vom Alltag.

So standen wir also an der ersten Kreuzung ein wenig ratlos: links oder rechts?

Wir entschieden uns für links in Richtung Schwarzwald. Das ist von uns nicht besonders weit entfernt, aber darum ging es auch gar nicht. Das Ziel war ein wenig Abstand zu bekommen und den genossen wir in vollen Zügen.

Als Erstes hatten wir Hunger, deshalb steuerten wir die Holzschlägermatte auf dem Schauinsland an. Dort ließen wir den Tag gemütlich ausklingen und schlemmten Schnitzel und badischen Wurstsalat mit Brägele.

Danach ging es weiter mit unserem Auto zu einer gemütlichen Stelle am Waldrand, wo wir unser Autobett richteten.

Am nächsten Morgen wurden wir schon früh wach, denn es wurde zeitig hell. Wir packten unsere Sachen ein, machten ein wenig Katzenwäsche und ab ging es tiefer in den Schwarzwald hinein. Unser Weg führte uns am Todtnauer - Wasserfall vorbei. Dort mussten wir uns kurz umsehen, denn eines meiner Ziele lautet auch: Unter einem Wasserfall duschen. Es war mir nur deutlich zu kalt bei den Todtnauer Wasserfällen. Deshalb vertagte ich das Ganze noch einmal.

Unsere Überlegung war es weiter bis an den Bodensee zu fahren. Auf halber Strecke hatte ich jedoch keine Lust mehr im Auto zu sitzen und so änderten wir spontan unsere Pläne. Wir suchten einen Abstieg in die Wutachschlucht und verbrachten den Großteil des Tages mit einer kleinen Wanderung durch die Schlucht. Es war irgendwie magisch neben diesem Wasserlauf her zu laufen und die Ruhe zu genießen. Zeit zum Seele baumeln lassen, unterhalten und einfach ein wenig Kraft tanken.

aNach unserer kleinen Wanderung musste erst einmal ein kleines Nickerchen sein. Es war schließlich Urlaub, da geht ohne mein Mittagsschläfchen gar nichts

Danach ging es weiter zum Schluchsee. Dort bummelten wir ein wenig an der Seepromenade entlang und mümmelten ein paar Kekse.

Da uns langsam die Beine schwer wurden und wir uns nach einer Pause sehnten, stiegen wir wieder ins Auto und die Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht begann. Diesmal gestaltete es sich ein wenig schwieriger ein Plätzchen für unser Auto zu finden. Deshalb waren wir umso glücklicher, als wir in der Nähe von St.Blasien einen kleinen Wanderparkplatz ausfindig machten und einen wunderschönen kleinen Platz für das Auto entdeckten.

Dort picknickten wir im Sonnenuntergang und machten es uns dann mit unseren Büchern im Autobett mit offener Heckklappe gemütlich. So ließen wir den Tag ausklingen und freuten uns so nah in der Natur so gemütlich nächtigen zu können.

Am nächsten Morgen schlüpften wir aus dem Bett hinters Steuer und fuhren nach Hause. Dort gab es eine Dusche und ein spätes Frühstück auf dem Sofa.

Dieses Wochenende war mein Rettungsanker letzte Woche. Vor lauter Alltagsstress und Unglücken hielt mich die Vorfreude über Wasser. Es war ganz besonders, dass wir vorher keine Pläne schmiedeten und uns keine Route überlegten. Einfach drauf los fahren, schauen was da kommt, das mache ich im Alltag nicht oft. Das mache ich tatsächlich sehr selten. Ich überlege sonst genau, wann ich was mache, wann ich wohin fahre und plane meine Termine rechtzeitig und gewissenhaft. Deshalb war die Herausforderung einfach los zu fahren gar nicht so gering. Es machte jedoch auch diese kleine Reise so besonders, denn es gab keinen Erwartungsdruck. Wir hatten nichts geplant, also mussten wir auch nichts machen, nirgendwo ankommen. Wir konnten ein Wochenende lang in den Tag hinein leben und tun und lassen auf was wir Lust hatten. Das war herrlich.

Ich versuche ein wenig von dieser Erfahrung mit in meinen Alltag zu nehmen und Dinge einfach mal laufen zu lassen. Das Leben steckt voller Überraschungen und es ist so schwer im Voraus alles zu überblicken und zu planen. Manchmal ist es entspannend es auf sich zukommen  zu lassen und die Dinge dann anzupacken, wenn sie da sind. Manchmal zerplant und zerdenkt man sich das ganze schöne Leben und lebt gar nicht richtig. Deshalb nehme ich mir hier und jetzt vor: Mehr machen, weniger darüber nachdenken!

Im Leben geht es nicht darum, sich selbst zu finden. Im Leben geht es darum, sich selbst zu erschaffen.

Lolly Daskal


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