Alleine...

87. Alleine ins Kino gehen.

Letztes Wochenende habe ich zusammen mit meiner lieben Freundin Anna ein Seminar für Hundehalter mit dem schönen Titel “Auf leisen Pfoten” gegeben. Dafür sind wir mit einer kleinen Gruppe lieber Hundemenschen achtsam und leise durch Wald und Wiese gelaufen und haben ein wenig Kraft und Ruhe getankt.

Es war ein wirklich schöner Tag, aber auch ziemlich anstrengend. Wieder zu Hause angekommen, war nicht mehr viel mit mir anzufangen. Eigentlich standen alle Zeichen auf: Sofa - Abend. Leider hatte ich habe gar nichts mehr zu Essen im Haus und so musste ich mich also doch nochmal aufraffen. Spontan kam mir die Idee meine Essenssuche mit einem Kinobesuch zu verbinden. Auf meine Liste stand ja noch mein Vorhaben, alleine ins Kino zu gehen. Gleichzeitig lief noch ein Film, den gefühlt alle in meiner Umgebung schon gesehen hatten, den ich aber selbst unbedingt auch noch sehen wollte.

In dem Film geht es um ein junges Pärchen, das hier in den Nähe von Freiburg loszieht und sich auf eine Weltreise begibt. Eine Weltreise ohne Flugzeug und mit einfachsten Mitteln. Sie trampen, schlafen bei Unbekannten auf dem Sofa und lernen so viele Menschen in den unterschiedlichsten Ländern der Erde kennen.

Also machte ich mich auf den Weg in Richtung Stadt. Leider habe ich kein Essen auf dem Weg zum Kino gefunden und richtig viel Zeit, um etwas zu suchen blieb nicht. So bestand mein Abendessen also aus Chips, Popcorn und Gummibärchen. War aber nicht dramatisch schlimm, wie ich finde. Auch wenn so eine Butterbrezel vorneweg schon eine feine Sache gewesen wäre.

Alleine ins Kino zu gehen wird, muss ich ehrlich gestehen, nicht meine Lieblingsbeschäftigung werden. Ich bin einfach ein sehr redseliger, geselliger Mensch und es fiel mir schon schwer, alleine zwischen so vielen fremden Menschen zu sitzen.

Ich hatte so aber die Möglichkeit mit meinem Sitznachbarn in Kontakt zu kommen. Hätte ich selbst eine Begleitung dabei gehabt, so wäre da wohl kaum ein Gespräch entstanden.

Ansonsten habe ich die Wartezeit mit meinem Buch überbrückt und ein wenig meine Mitmenschen beobachtet. Das hatte auch so seinen Reiz und passte zu meinem Tag. Ich konnte sehr achtsam und ruhig mit meiner Umgebung sein und alles auf mich wirken lassen.

Es war für mich eine Herausforderung so ganz alleine und trotzdem bin ich froh, es mal ausprobiert zu haben. Es gibt einem Kinobesuch eine ganz andere Qualität.Manchmal braucht man so einen Perspektivenwechsel, um sich wieder vor Augen zu führen, wie nett es doch ist, mit jemandem gemeinsam einen Film zu schauen und hinterher darüber reden zu können. Ich werde es beim nächsten Mal bestimmt ganz anders zu schätzen wissen.

"In der Einsamkeit müssen wir unsere Gedanken überwachen, in der Familie unsere Launen und in der Gesellschaft unsere Zunge."

 

Hannah More


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