Auch kleine Schritte...

... bringen uns dem Ziel näher!

Manchmal habe ich das Gefühl auf der Stelle zu stehen und nichts geht voran. Es fühlt sich an, als wäre mein Leben auf Pause und nichts Spannendes passiert. Wenn mich jemand fragt: “Und was gibt es Neues?”, dann will mir einfach nichts Erzählenswertes einfallen.

Dann muss ich mich immer mal wieder selbst daran erinnern, dass immer etwas in Bewegung ist. Dass manche Dinge Zeit brauchen und es okay ist sich die Zeit zu lassen.

Genau so ist es mit meiner Liste. Ich bin total frustriert, weil ich schon EWIG kein Ziel mehr erreicht habe. Dabei ist das Letzte gerade mal zwei Wochen her. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, wie ungeduldig ich im Moment bin.

Vielleicht hilft es, einfach mal zu erzählen, was an meiner Ziele-Front so alles passiert.

57. Einen Zauberwürfel lösen.

Ich habe eine Zauberwürfel ausgeliehen bekommen und schleppe ihn artig jeden Tag überall hin mit. Ich habe mich mit verschiedenen Anleitungen und Lösungen beschäftigt und anfangs hat sich leichte bis schwere Überforderung breit gemacht. Aber nach nun doch einigen Tagen kann ich hochkonzentriert mit Lösung auf dem Schoß den Würfel lösen. Das zählt natürlich nicht. Ich möchte das ganze können - so richtig. Es verstehen, es nebenbei machen und ohne dass mir dabei graue Haare wachsen. Es ist also noch ein bisschen Kopfarbeit und ganz viel Übung von Nöten, bis ich an dem Punkt bin.

23. Mir selbst einen Pulli stricken.

Meine Stricksachen habe ich vorerst beiseite gelegt. Ich war schwer genervt von der Wolle und dem Muster und habe alle gestrickten Anfänge wieder aufmachen müssen. Irgendwie passen meine Hände nicht mit dieser Wolle, diesen Nadeln und schon gar nicht dem doch sehr komplizierten Muster zusammen. Vorerst ruht alles im Schrank und darf dort das Frühjahr und den Sommer verbringen. Die schöne Jahreszeit zum zu Hause einkuscheln und gemütlich stricken kommt ja meistens schneller wieder als man denkt. Dann geht es in die nächste Runde und dann hoffentlich etwas erfolgreicher.

33. An einem Tag mehr als 20 km wandern.

Der Urlaub ist gebucht. Es geht nach Griechenland ans Meer. Meine ganzen Strandziele rücken also in erreichbare Nähe. Ein bisschen aufgeregt bin ich jetzt schon!

Es kommt direkt mit im Paket schon die nächste Problematik: Ich bin nicht gerüstet für Strandurlaub. Bisher fehlt eindeutig noch ein Bikini und wo der Sonnenhut ist, weiß ich so spontan auch nicht. Aber der Urlaub ist gebucht, alles andere kommt noch!

Da wir im Urlaub nicht nur am Strand liegen möchten, werden auch die Wandersachen auf Vordermann gebracht und mitgenommen. Vielleicht schaffe ich ja die Wanderung über 20 km. Wer weiß?

Für diese habe ich letzte Woche schon mal fleißig angefangen zu üben. Ich bin mit Freunden nach der Arbeit zum Kybfelsen gewandert. Alleine bin ich ja eher der Typ “Gemütlich spazieren gehen”. Gruppenzwang lässt mich aber tatsächlich ganz schön über mich hinauswachsen. So sind wir im gefühlten Dauerlauf den Berg hoch marschiert und mein sonst so gut behüteter Ruhepuls hat sich bereits nach den ersten Metern verabschiedet. Aber ich bin oben angekommen und durfte beim Feuermachen zuschauen. Ich war schwer beeindruckt und bin mir noch nicht sicher, ob ich mich bei dem Ziel “Ein Feuer machen - ganz allein” nicht ein wenig übernommen habe. Aber nun gut, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und es war oben am Felsen auch sehr windig, was das Feuermachen ungemein erschwert. Ich bleibe also zuversichtlich.

79. Ein Kleidungsstück selber nähen.

An der Nähmaschine war ich auch fleißig. Jedoch habe ich mir noch nicht überlegt, was ich eigentlich nähen möchte, noch habe ich Stoff gekauft. Dafür habe ich Kleider umgenäht und repariert. So haben Altkleidersack- Leichen nochmal eine zweite Chance bekommen und ich bin richtig stolz auf die Ergebnisse. Nähen ist manchmal schon richtig praktisch!

Wenn ich mir jetzt so anschaue, was in den letzten Tagen eigentlich so alles passiert ist, dann darf ich eigentlich gar nicht meckern. Wie gut es tut, sich Dinge einmal bewusst vor Augen zu führen. Es passiert immer etwas. Manchmal lässt es sich nicht richtig greifen oder wir bewerten es als nicht wichtig genug. Doch es sind oft die kleinen Dinge, die Kraft, Nerven und Zeit kosten. Dinge wie Bikini suchen, Mietwagen buchen und zehn verschiedene Anleitungen vom Zauberwürfel durchlesen. Diese Dinge möchten aber auch gemacht werden und zwar mit ganzem Herzen und voller Aufmerksamkeit.

 

Auch die kleinen Dinge zählen, nicht nur die ganz großen Ziele.

 

Wir gehen jeden Tag vorwärts, wir sind jeden Tag auf unserem Weg und ab und zu dürfen wir innehalten und uns selbst für die kleinen Schritte danken, die uns näher zu unseren Zielen bringen. Den am Ende sind es doch Ausdauer und Geduld, die zählen. Nicht die ganz großen Sprünge.


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Kommentare: 1
  • #1

    Rainer Schäfers (Freitag, 31 März 2017 22:27)

    Ciao Bella!
    Genau. "... und zwar mit ganzem Herzen und voller Aufmerksamkeit. "
    Ich möchte noch hinzufügen: "Und OHNE jegliche Bewertung und Ergebnisdenke!"
    Das Leben ist ein Prozess und kein Ergebnis.
    Diese Erfahrung mache ich gerade wieder. Ich dachte mein Leben fliegt auseinander...,
    stimmt gar nicht. Es fallen Dinge einfach so an ihren Platz. Dieser Platz war nur vorher
    mit viel zuviel gedanklichem Mumpitz verstopft - da konnte gar nix einfach so hinfallen...

    Weiter so. Das wird!

    LG
    Rainer